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Islamische Revolutionsgarde
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Die Islamische Revolutionsgarde bzw. das Korps der Islamischen Revolutionsgarde (englisch Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC) ist die Armee der Wächter der Islamischen Revolution (persisch سٞا٠ٞاسداعا٠اŮŮŮاب اسŮاŮ
Ű SepÄh-e PÄsdÄrÄn-e EnqelÄb-e EslÄmÄŤ; kurz auch Sepâh oder Pasdaran), informell auch Revolutionsgarde (arabisch اŮŘعس اŮŘŤŮŘąŮ, DMG al-Ḽaras aᚯ-ᚯaurÄŤ), Revolutionswächter oder Iranische Revolutionsgardecite-ref-1[1] genannt, bildet zusammen mit der regulären Armee (Artesch) die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran und ist gemäà der Journalistin Natalie Amiri âdie wichtigste und mächtigste Institution der Islamischen Republik Iranâ. Die Garde verfĂźgt Ăźber ein eigenes Heer, Ăźber eine eigene Marine und Luftstreitkraft sowie Ăźber einen eigenen Geheimdienst.cite-ref-1-2-0[2]
Im Auftrag von Ruhollah Chomeini am 5. Mai 1979 aufgestellt, entwickelte sich die Revolutionsgarde als Eliteeinheit der Streitkräfte zu einem wichtigen Akteur während des Ersten Golfkriegs (1980â1988). Kommandeur der Revolutionsgarde war bis zum 13. Juni 2025 Hussein Salami.cite-ref-tagesschau-22-04-3-0[3]
Die wichtigste Abteilung der Islamischen Revolutionsgarde stellt die millionenstarke Freiwilligenmiliz der Basidschis dar.
Contents
⢠Geschichte
⢠Truppenstärke
⢠Heer
⢠Luftwaffe
⢠Marine
⢠Hisbollah
⢠Kommandeure
⢠Garnisonen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
Die Organisation wurde von Chomeini gegrßndet, um eine Vielzahl paramilitärischer Gruppen zu einer dem Regime gegenßber loyalen Streitmacht zusammenzufassen. Die bewaffneten revolutionären Gruppierungen, die sich u. a. aus Mitgliedern der islamischen Studentenbewegung (Daneschdschuyane Chate Emam) und radikalen, meist jugendlichen Anhängern Chomeinis, den sogenannten Hezbollahi, zusammenschlossen, unterstanden von 1979 bis 1980 ihrem ersten Kommandanten Abbas Zamani (genannt Abu Scharif). Sie formierten sich erst ab 1980 auf Grund des Ersten Golfkrieges zu einer offiziellen Armee-Einheit.
Nach Ende des Ersten Golfkriegs Ende der 1980er entschied der damalige Präsident Ali Akbar Haschemi-Rafsandschani, die Aktivitäten der bewaffneten Garde auf das Feld der Wirtschaft zu lenken, damit sich die Revolutionsgarde nicht tiefer in die Politik einmische. Dies hatte zur Folge, dass die Revolutionsgarde und andere staatsnahe Konglomerate zunehmend von der Privatisierung zahlreicher, während der Revolution verstaatlichter Unternehmen profitierten.cite-ref-0-10-0[10]
Im Jahr 2005 wurde mit Mahmud Ahmadineschad ein Revolutionsgardist Präsident Irans.
Im Oktober 2009 kamen bei einem Selbstmordanschlag der sunnitischen Organisation Dschundollah (âBrigade Gottesâ) mindestens 31 Menschen zu Tode, darunter auch fĂźnf ranghohe Kommandeure der Revolutionsgarde.cite-ref-11[11]
Am 8. April 2019 stuften die Vereinigten Staaten die Revolutionsgarde als terroristische Vereinigung ein.cite-ref-12[12]
Zum Jahresbeginn 2020 wurde Qasem Soleimani, Kommandeur der der Garde untergliederten Quds-Einheit, mittels eines Drohnenangriffs des US-amerikanischen Militärs, in Bagdad getÜtet.cite-ref-nyt020120-13-0[13] Zwei Jahre später wurde mit Hassan Sayyad Khodayari ein weiterer hochrangiger Offizier derselben Einheit in Iran getÜtet.cite-ref-14[14] Diese TÜtung wird auch in westlichen Medien dem israelischen Geheimdienst Mossad zugeschrieben.cite-ref-15[15]
Ideologie und Bedeutung fĂźr Politik und Gesellschaft
Neben der Aufrechterhaltung des politischen Systems seit der Revolution von 1979 ist die Sepâh nach der Verfassung der Islamischen Republik verpflichtet, die âideologische Mission des Dschihad im Sinne Gottes, d. h. die Souveränität des Gesetzes Gottes auf die ganze Welt auszudehnenâ.cite-ref-2-16-0[16] Es gilt, die Ausbreitung des WelÄyat-e Faqih zu verfolgen und âabweichlerische Bewegungenâ auch im Ausland zu unterbinden.cite-ref-1-2-1[2]cite-ref-2-16-1[16]cite-ref-17[17] Kulturen anderer Glaubensrichtungen auĂerhalb des Islams betrachtet die Pasdaran als Bedrohung fĂźr die Schia. Dieses Weltbild verbindet die Revolutionsgarde mit gleichgesinnten Extremistengruppen auĂerhalb Irans, wie der Hisbollah im Libanon und den Huthis im Jemen, zu denen sie enge Beziehungen pflegt. Ein besonderes Ziel, das die drei genannten Gruppen eint, ist die Vernichtung des jĂźdischen Staats Israel. Die Verfolgung dieses Ziels veranlasst die Revolutionsgarde dazu, auch mit sunnitischen Islamisten, wie der Hamas im Gazastreifen und dem Islamischen Dschihad im Irak zu paktieren, sie auszubilden und zu finanzieren, obwohl diese nach ihrer ideologischen Auffassung nicht den wahren Islam vertreten.cite-ref-2-16-2[16]
Die militärische Aufgabe, die der Revolutionsgarde ßbertragen wurde, wechselte nach dem Ersten Golfkrieg. Heute obliegt der Garde u. a. die Aufgabe, mÜgliche gegnerische politische Gruppen zu bekämpfen. Im Kabinett von Präsident Mahmud Ahmadineschad waren 13 der 21 Ministerposten mit ehemaligen Kommandanten der Revolutionsgarde besetzt, dazu gehÜrte auch das Geheimdienstministerium. Ahmadineschad selbst hatte ebenfalls den Rang eines Kommandanten erreicht.
Die Revolutionsgarde ist fĂźr die Organisation des schwarzen AuĂenhandels, mit dem die Islamische Republik Iran Wirtschaftssanktionen zu umgehen versucht, verantwortlich.cite-ref-0-10-1[10]
Von Vetternwirtschaft und Korruption in Iran profitiert die Nomenklatura der Revolutionsgarde am meisten. Der materielle Reichtum, fĂźr den die Elite der Garde in der iranischen Gesellschaft bekannt ist und den diese offen auslebt, sorgt fĂźr Unmut beim iranischen KleinbĂźrgertum, das erst die Islamische Revolution und damit die Existenz der Revolutionsgarde mit ermĂśglichte.cite-ref-0-10-2[10]
Die Islamische Revolutionsgarde steht an vorderster Front der gewaltsamen Unterdrßckung von Protesten der iranischen ZivilbevÜlkerung, wie denen im Jahr 2009, 2017/2018, 2022. Laut dem Blair Institute for Global Change verfßgt die Revolutionsgarde ßber ein formelles Indoktrinationsprogramm fßr die eigenen Mitglieder.cite-ref-1-2-2[2] Iranische Oppositionelle und das Europäische Parlamentcite-ref-europaparlament-18-0[18] forderten, die Revolutionsgarde auf die EU-Liste von terroristischen Vereinigungen zu setzen.
Einfluss auf die Wirtschaft
Die Islamische Revolutionsgarde ist wirtschaftlich auf fast allen Gebieten aktiv und ist als paramilitärische Einrichtung der grĂśĂte Unternehmer des Landes. Niemandem auĂer dem RevolutionsfĂźhrer Rechenschaft schuldig, unterliegen die Pasdaran keiner Steuerpflicht und zahlen ebenso bei der Einfuhr keine ZollgebĂźhren.cite-ref-19[19] Die nach der VerkĂźndigung des iranischen Atomprogramm durch die USA im Jahr 2010 verhängten Wirtschaftssanktionen stärkten die Revolutionsgarde, weil sie die Projekte der internationalen Firmen Ăźbernahm, die sich aus Iran zurĂźckzogen.cite-ref-0-10-3[10] So erhielt die Garde unter der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadineschad, wie Bahman Nirumand berichtet, Konzessionen fĂźr mehrere GroĂprojekte, unter anderem fĂźr zwei Projekte zum Ausbau der Ălanlagen, einen Pipelinebau und fĂźr den Ausbau der Teheraner Untergrundbahn. Laut Mehdi Khalaji war die Revolutionsgarde Ăźber 16 Jahre an 1220 Industrie- und Bergwerksprojekten beteiligt. Die religiĂśse Stiftung Mostazafan va Dschanbazan (Stiftung der UnterdrĂźckten und Kriegsveteranen) mit einem Umsatz von zehn Milliarden US-Dollar im Jahr â entstanden nach dem Ersten Golfkrieg â ist ebenso Vertragspartnerin bei der Erweiterung der Teheraner Untergrundbahn mit einem Volumen von 2,4 Milliarden US-Dollar.cite-ref-20[20] Auch See- und Flughäfen, Ăźber welche nicht verzollte Waren ins Land kommen, werden von den Revolutionswächtern kontrolliert. Dies gilt insbesondere fĂźr den grĂśĂten iranischen Containerhafen in Bandar Abbas, an dessen Spitze ein General der Revolutionsgarde berufen wurde.
Politikanalysten der International Crisis Group gehen davon aus, dass die Pasdaran (Stand 2023) ein bis zwei Drittel des iranischen Bruttosozialprodukts kontrollieren.cite-ref-21[21]
Die Geschäfte der Revolutionsgarde florieren aufgrund ihrer Monopolstellung in Iran, aufgrund staatlicher Korruption, Schmuggel und informeller transnationaler Netzwerke. Dass die iranischen Geldflßsse mit noch mehr Sanktionen durch die westliche Welt ausgetrocknet wßrden, gilt im Jahr 2023 als unwahrscheinlich.cite-ref-1-2-3[2]
Wichtige Sepâh-e Pasdaran-Unternehmen
Zu den Unternehmen, die von den Revolutionswächtern kontrolliert werden, gehĂśrt die 1990 von der Revolutionsgarde gegrĂźndete Bauunternehmensgruppe Chatam-ol Anbia (auch Khatam al-Anbiya; deutsch: âDas Siegel der Prophetenâ; vollständiger Name: Chatam-ol Anbia Gharargah Sazandegi Nooh). Diese Holding, die als grĂśĂter Auftragsnehmer in Iran mehrere Zehntausend Iraner beschäftigt, fĂźhrt u. a. groĂe Infrastrukturprojekte durch, baut Ăl- und Gasanlagen, StraĂen, Eisenbahnen und Metros, Ălleitungen und Flughäfen. Im Libanon soll sie fĂźr den Bau der durch die Hisbollah genutzten Tunnels verantwortlich sein. Während seiner Zeit als BĂźrgermeister von Teheran erhielt die Unternehmensgruppe von Ahmadineschad den Zuschlag fĂźr mehrere GroĂprojekte im Wert von 2,2 Mrd. Dollar.cite-ref-22[22] Ende April 2009 erwarb die zu Khatam al-Anbia gehĂśrende Firma Sepanir einen Anteil von 51 Prozent an Sadra, der grĂśĂten Werft Irans. Der Anteil des militärischen Sektors an den Unternehmensprojekten wird auf 70 % geschätzt. Khatam al-Anbia steht seit dem 24. Juni 2008 auf der EU-Sanktionsliste gegen Iran.cite-ref-treasury644-23-0[23]cite-ref-24[24]
Weitere Unternehmen im Besitz oder unter Kontrolle der Revolutionsgarde:
⢠Oriental Oil Kish
⢠Ghorb Nooh
⢠Sahel Consultant Engineering
⢠Ghorb-e Karbala
⢠Sepasad Engineering Co
⢠Omran Sahel
⢠Hara Company
⢠Gharargahe Sazandegi Ghaem
⢠Mahan Air
Telekommunikations- und Mediensektor
Seit den Protesten der iranischen Opposition gegen die manipulierten Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 strebt die Revolutionsgarde zudem danach, die Kontrolle Ăźber den Medien- und Telekommunikationssektor massiv auszuweiten: Im Oktober 2009 kaufte das von den Pasdaran kontrollierte Firmenkonsortium Etemad-e-Mobinein 50 % der Aktien der iranischen Telekommunikationsgesellschaft (TCI) fĂźr 5,3 Milliarden Euro von der Regierung, wodurch die Paramilitärs eine effektive Kontrolle Ăźber das nationale Festnetz, alle iranischen Internet-Provider sowie zwei Mobilfunkgesellschaften erhielten. Bis März 2010 ist die GrĂźndung einer eigenen Nachrichtenagentur der Revolutionsgarde unter dem Namen âAtlasâ geplant. Experten zufolge steht schon heute die iranische Nachrichtenagentur Fars News Agency (FNA), die fĂźr ihre regimefreundliche Propaganda und Desinformation bekannt ist, unter dem Einfluss der Revolutionswächter: sie lehnt sich in Wortwahl und Sprache stark an die Pasdaran-Wochenzeitschrift Sobh-e-Sadegh an, die Fars-Redaktionsleitung und fĂźhrende Redakteure sind alle frĂźhere Kommandeure der Pasdaran, die Geschäftsräume von Fars in Teheran sind Eigentum der Garde. Der Einfluss der Revolutionsgarde bei Fars soll besonders während der Amtszeit Präsident Ahmadineschads massiv zugenommen haben, was sich auch in der Entlassung unabhängiger Reporter äuĂerte. Offiziell bestreitet Fars nach wie vor, von der Regierung oder den Pasdaran kontrolliert zu werden.cite-ref-25[25]
Truppenstärke
Bei der GrĂźndung der Revolutionsgarde hatte diese eine GrĂśĂe von einigen Hundert bis etwa 10.000 Personen. Durch den Ersten Golfkrieg Ăźbernahm die Garde bis Ende 1980 die Aufgabe, die regulären Truppen, die gerade 1/4 ihrer Kampfkraft aufbieten konnten, zu verstärken. Bis zum Jahre 1988 betrug die GrĂśĂe der Revolutionsgarde bis zu 300.000 Mann, seitdem sank die Mannschaftsstärke. Die Truppenstärke der Pasdaran wird heute auf etwa 125.000 Manncite-ref-csis-26-0[26] bis 200.000 Manncite-ref-27[27] geschätzt. Die Revolutionsgarde unterhält eigenständige Truppenteile fĂźr Heer, Luftwaffe und Marine (etwa 20.000 Mann) sowie Spezialeinheiten wie die Quds-Einheit (Truppenstärke 5.000 Manncite-ref-csis-26-1[26]) und die Aschura-Einheiten.
Die bekannteste Untergruppe der Revolutionsgarde ist die Freiwilligenmiliz Basidsch-e Mostazafin, die im Ersten Golfkrieg Zehntausende Tote bei Selbstmordkommandos hinnahm und heute der UnterdrĂźckung der Opposition dient.
Heer
Vermutlich verfßgt die islamische Revolutionsgarde ßber 21 Infanterie- und drei Pionier-Divisionen sowie ßber 15 eigenständige Infanterie-Brigaden, 21 Flugabwehr-Brigaden, insgesamt 42 gepanzerte, Artillerie- und ABC-Abwehrbrigaden.
Luftwaffe
Es befinden sich folgende Luftfahrzeuge in dem Arsenal der Revolutionsgarde (Stand Ende 2020):cite-ref-28[28]
| Typ | Herkunft | Funktion | Version | Aktiv |
|---|---|---|---|---|
| Suchoi Su-22 | Sowjetunion Sowjetunion | Jagdbomber | | 10 |
| Antonow An-74 | Sowjetunion Sowjetunion | Transportflugzeug | | 7 |
| Dassault Falcon 20 | Frankreich Frankreich | Transportflugzeug | | 2 |
| Iljuschin Il-76 | Sowjetunion Sowjetunion | Transportflugzeug | | 3 |
| Harbin Y-12 | China Volksrepublik Volksrepublik China | Transportflugzeug | | 12 |
| Mil Mi-8 | Sowjetunion Sowjetunion | Mehrzweckhubschrauber | Mi-171 | 18 |
| EMB 312 Tucano | Brasilien Brasilien | Schulflugzeug | | 15 |
| Saab MFI-17 Supporter | Schweden Schweden | Schulflugzeug | | 25 |
Marine
Die Marine ist vor allem mit kleinen, wendigen, zum Teil nur mit Maschinengewehren und von der Besatzung mitgefĂźhrten Panzerfäusten bewaffneten Booten ausgerĂźstet, die eine âGuerilla-Taktikâ im Persischen Golf ermĂśglichen. In dieser Abteilung ist auch die gesamte iranische Marineinfanterie von rund 5000 Mann enthalten. Ihr Schiffsarsenal umfasst rund 40 leichte Patrouillenboote und seit 2002 zehn chinesische Raketenschnellboote der Houdong-Klasse mit rund 800 Raketen des Typs C-801. DarĂźber hinaus betreiben die Pasdaran schätzungsweise fĂźnf bis sieben Abschusseinrichtungen fĂźr Seezielraketen an der GolfkĂźste. Angeblich sind diese zum Teil mit verbesserten Versionen der C-802 bestĂźckt, die unter der Bezeichnung Noor (Licht) firmieren. Die Ukraine hat zudem Anfang der 1990er Jahre der Islamischen Republik Iran acht Anti-Schiffsraketen vom Typ SS-N-22 Sunburn geliefert. 2002 begann auch der Erwerb chinesischer Hochgeschwindigkeits-Raketenkatamarane.
Bekannte Operationen
⢠29. November 2005: Der deutsche Steinmetz Donald Klein geriet während einer Angeltour mit einem franzÜsischen Skipper angeblich in iranisches Sperrgebiet. Beide wurden wegen illegalen Grenzßbertritts zu 18 Monaten Haft verurteilt. Während der Franzose vorzeitig freigelassen wurde, wurde Klein erst nach einem diplomatischen Tauziehen im März 2007 aus der Haft entlassen. Der wegen der Ermordung von vier iranisch-kurdischen Exilpolitikern in Berlin in Deutschland rechtskräftig zu lebenslänglicher Haft verurteilte iranische Agent Kazem Darabi wurde wenig später wie von Iran bei den Verhandlungen zu Klein gefordert vorzeitig entlassen.cite-ref-sp0712-29-0[29]
⢠23. März 2007: 15 AngehÜrige der Royal Navy wurden von den Pasdaran im Schatt al-Arab festgenommen, wodurch sich eine diplomatische Krise entwickelte.cite-ref-30[30] Die Regierung in Teheran warf den britischen Soldaten vor, in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Nach britischer Darstellung befanden sie sich dagegen in irakischen Gewässern. Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad begnadigte die Soldaten und die Soldatin am 4. April 2007.cite-ref-31[31]
⢠6. Januar 2008: Ein Beinahe-Schusswechsel zwischen iranischen Schnellbooten und Schiffen der US-Marine in der StraĂe von Hormus. FĂźnf Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarde haben sich nach US-Militärangaben in der StraĂe von Hormus drei amerikanischen Marineschiffen bedrohlich genähert. In einem Funkspruch wurde zudem angeblich damit gedroht, die Schiffe in die Luft zu sprengen. AuĂerdem seien kastenfĂśrmige Gegenstände ins Wasser gelassen worden.cite-ref-32[32] Die US-Regierung sprach von einem âernsten Zwischenfallâ, während das iranische AuĂenministerium von einem âgewĂśhnlichen und natĂźrlichen Vorgangâ sprach.cite-ref-33[33]
VerbĂźndete (Auswahl)
Hisbollah
Die Hisbollah im Libanon ist der grĂśĂte VerbĂźndete Irans.cite-ref-2-16-3[16] Im Rahmen des von Iran beabsichtigten Revolutionsexports in den 1980er Jahren wurden 1982 bis zu 2000 Kämpfer der Islamischen Revolutionsgarde im Libanon stationiert, um die schiitischen Milizen während des Libanesischen BĂźrgerkriegs zu unterstĂźtzen und die Islamische Revolution nach iranischem Vorbild in den Libanon zu tragen. Die Revolutionsgarde errichtete ihre Trainingslager in der Bekaa-Ebene, von wo aus sie unter dem Namen âHezbollahâ oder âIslamische Dschihad Organisationâ Operationen gegen die vorrĂźckende israelische Armee im SĂźd-Libanon und den christlichen Falange-Milizen in Beirut ausfĂźhrten.
Unter anderem wurden in der Scheich-Abdullah-Kaserne in Baalbek libanesische Kämpfer, die sich später zur Hisbollah formierten, von der Islamischen Revolutionsgarde militärisch und ideologisch ausgebildet. Die im Libanon stationierten Einheiten der Revolutionsgarde unterstanden während der 1980er Jahre Hodschatoleslam Ali Akbar Mohtaschami, der als iranischer Botschafter im Syrien tätig war. Weitere Kommandeure der Pasdaran im Libanon waren Mohsen Rafiqdust, Ali-Reza Asgari und der ehemalige iranische Verteidigungsminister Mostafa Mohammad Nadschar. Nach den Anschlägen auf die US-Botschaft und dem Anschlag auf den US-Stßtzpunkt in Beirut 1983, die beide von iranischen Quds-Brigaden organisiert und von der Hisbollah ausgefßhrt wurden, starteten die Franzosen einen Luftschlag gegen Stellungen der Islamischen Revolutionsgarde im Bekaa-Tal.
Die Libanesische Hisbollah gilt teilweise als Unterorganisation der Revolutionsgarde und unterhält bis heute mehrere AngehÜrige der Pasdaran sowie ranghohe iranische Offiziere der Quds-Brigaden als Militärberater und Strategen in ihren Reihen. Die Flagge der Hisbollah ist ebenfalls an der der Islamischen Revolutionsgarde angelehnt und wurde in Iran entworfen.
Ansar Allah/Huthi
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Hauptartikel
:
Huthi
Kommandeure
Inoffizielle Kommandeure
⢠März 1979 â Mai 1979: Dschawad Mansuri
⢠November 1979 â Januar 1980: Abbas Dozduzani
⢠Januar 1980 â Juni 1980: Morteza Rezai
Offizielle Kommandeure
⢠1979â2010: Mohammad Bagher Zolghadr (wie Mohsen Rezai am Aufbau des Geheimdienstes der Revolutionsgarde zuständigcite-ref-34[34])
⢠1980â1981: Abbas Agha Zamani (Abu Scharif)
⢠1981â1997: Mohsen Rezai
⢠1997â2007: Yahya Rahim Safavicite-ref-35[35]
⢠2007â2019: Mohammad Ali Dschafaricite-ref-36[36]
⢠2019â2025: Hussein Salami
Bei einem Flugzeugabsturz am 8. Januar 2006 starben sieben Kommandeure der Revolutionsgarde. Brigadegeneral Ahmad Kazemi (Leiter der Bodenkräfte), Brigadegeneral Said Mohtadi, Brigadegeneral Hanif (Leiter des Geheimdienstes), Brigadegeneral Soleimani (Operationschef der Bodenstreitkräfte) und Brigadegeneral Yazdani (Chef der Artillerie) zählten zur Fßhrungsspitze der Revolutionsgarde. Die Maschine vom Typ Dassault Falcon 20 stßrzte in der Nähe des Urmia-Sees mit 15 Passagieren an Bord ab.cite-ref-37[37]
Garnisonen
⢠Ghom und Umgebung: Ali-Abad-Garnison, Imam Sadeq Garnison, Beit-ol-Moqaddas-Universität, Fateh-Qani-Hosseini-Garnison
⢠Ahwas: Abuzahr-Garnison, Navvab-Safavi-Schule, Ghayur-Asli-Garnison
⢠Mahschahr: Crate Camp Garnison, Darwisch-Ausbildungszentrum
⢠Karadsch: Bahonar-Garnison
⢠Dezful: Kothar-Ausbildungsgarnison
⢠KermÄnschÄh: Qazantschi-Ausbildungszentrum
⢠Nahavand: Nahavand-Ausbildungszentrum
Vorwurf des Terrorismus, der TerrorunterstĂźtzung und der Menschenrechtsverletzungen
Der Revolutionsgarde werden von Amnesty Internationalcite-ref-39[39] sowie Human Rights Watch (HRW)cite-ref-40[40] schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter, Verschleppung und gezielte TĂśtungen vorgeworfen.cite-ref-41[41]
Im Jahr 2007 beschuldigte die US-Regierung die Quds-Brigaden, die als militärischer Geheimdienstapparat der Islamischen Revolutionsgarde gelten, hauptverantwortlich fĂźr die Herstellung von Bomben am StraĂenrand sowie Planung und DurchfĂźhrung von gezielten Attentaten im Irak zu sein. Daher erklärte die US-Regierung die Quds-Brigaden zur terroristischen Vereinigung.cite-ref-treasury644-23-1[23]
Im Oktober 2018 stuften Saudi-Arabien und Bahrain die Islamische Revolutionsgarde als Terrororganisation ein.cite-ref-42[42]
Im April 2019 stufte der US-Präsident Donald Trump die Revolutionsgarde als Terrororganisation ein, weil sie ein FÜrderer von Terror seien und aktiv am Terrorismus mitwirkten, ihn finanzierten und vorantrieben. Damit deklarierten die USA erstmals das Organ eines anderen Staates als Terrororganisation.cite-ref-usa-7-1[7] Im Gegenzug stufte Iran das United States Central Command, kurz CENTCOM, das zuständige Regionalkommando fßr den Nahen Osten, Ost-Afrika und Zentral-Asien, ebenfalls als Terrororganisation ein.cite-ref-43[43]
Im Januar 2020 tÜtete eine US-Drohne, auf Befehl von US-Präsident Trump, General Soleimani, Brigadegeneral Abu Mahdi al-Muhandis und mindestens fßnf weitere Menschen.
Iranische Oppositionelle fordern von der Europäischen Union, dass diese die Revolutionsgarde als Terrororganisation einstuft.cite-ref-1-2-4[2] Im Januar 2023 forderte auch das EU-Parlament mit groĂer Mehrheit in einer Resolution, die Islamischen Revolutionsgarde in vollem Umfang auf die Terrorliste der EU zu setzen.cite-ref-europaparlament-18-1[18]cite-ref-44[44] Diese Forderung wurde vom Parlament im Juli 2023 noch einmal bekräftigt.cite-ref-45[45] Auch aus der deutschen Politik gab es entsprechende Forderungen, mit Blick auf die UnterdrĂźckung der Proteste 2022/23. Kritiker befĂźrchten allerdings, dass dies die Wiederbelebung des Atomabkommens erschweren wĂźrde.cite-ref-1-2-5[2]cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]cite-ref-49[49] BundesauĂenministerin Annalena Baerbock behauptete 2023 zudem, der Juristische Dienst des Europäischen Rates habe ihr bestätigt, das eine Terrorlistung der Islamischen Revolutionsgarde aus rechtlichen GrĂźnden derzeit nicht mĂśglich sei. Mehrere Rechtsexperten, die diesbezĂźglich von der taz befragt wurden, widersprachen dieser Einschätzung.cite-ref-50[50]
Im Mai 2024 gab der Juristische Dienst des Europäischen Rates eine neue Einschätzung ab, der zufolge eine Terror-Listung der Islamischen Revolutionsgarde durch die EU jetzt doch mÜglich sei. Grundlage hierfßr sei ein Urteil des Oberlandesgericht Dßsseldorf, demzufolge ein versuchter Anschlag auf eine Synagoge in Bochum durch eine staatliche iranische Stelle beauftragt wurde.cite-ref-51[51]
Im Juni 2023 verhängten die USA Sanktionen gegen mehrere Iraner, darunter Shahram Poursafi, ein Mitglied der Revolutionsgarde. Laut US-Regierung soll Poursafi versucht haben, einen geplanten Auftragsmord am frßheren Nationalen Sicherheitsberater der USA, John Bolton, zu organisieren.cite-ref-52[52]
Im August 2025 stufte auch Australien die Islamische Revolutionsgarde offiziell als Terrororganisation ein. Der Leiter des australischen Inlandsgeheimdienstes ASIO machte die IRGC direkt fĂźr Angriffe auf eine Synagoge in Melbourne und ein jĂźdisches Restaurant in Sydney verantwortlich. Australiens Premierminister Anthony Albanese bezeichnete dies als âauĂergewĂśhnliche und gefährliche Akte der Aggression, die von einem fremden Staat auf australischem Boden orchestriert wurdenâ.cite-ref-australien-4-1[4]
Siehe auch
Literatur
⢠Natalie Amiri: Zwischen den Welten. Von Macht und Ohnmacht im Iran. Aufbau, Berlin 2021, ISBN 978-3-351-03880-9; Taschenbuchausgabe ebenda 2022, ISBN 978-3-7466-4030-3, S. 108â124 (Aufstieg der Revolutionsgarde) und Ăśfter.
⢠Nader Uskowi: Temperature Rising: Iranâs Revolutionary Guards and Wars in the Middle East. Rowman & Littlefield, Lanham 2018, ISBN 978-1-5381-2172-6.
⢠Afshon Ostovar: Vanguard of the Imam: Religion, Politics, and Iranâs Revolutionary Guards. Oxford University Press, New York 2016, ISBN 978-0-19-938789-2.
Weblinks
Commons
: Islamische Revolutionsgarde
â Sammlung von Bildern
⢠Pasdaran auf globalsecurity.org (englisch)
Einzelnachweise
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